Kapitel 19, Piasus

Sie hätten Pferde mitnehmen sollen. Wandern, wandern über Stunden, tagelang ohne Unterlass. Piasus schmerzten die Füße, die Oberschenkel waren wie steife Klötze. Jede Nacht musste er sie massieren, während ihn Hedda schief ansah.

Hätte ich nur Öl mitgebracht, klagte er in Gedanken. Kein Ersatz für Pferde, aber wenigstens könnte ich mir damit meine Beine massieren, bis sie wieder halbwegs einsatzbereit wären. Egal, wie komisch mich Hedda dabei ansieht.

Hedda indessen sprang über Wurzeln, bahnte sich ihren Weg durch das Gebüsche und marschierte unentwegt ohne ein Zeichen der Anstrengung. Ob das an ihrem halbgöttlichen Blut lag? Oder strotzen alle Brega so voll Vitalität? Mit Neid blickte er ihr hinterher, wie sie ohne Spuren von Ermüdung den ganzen Tag durch Merows dichtes Unterholz schritt.

Ich hätte das Öl auch auf sie anwenden können …, schweifte Piasus in seinen Überlegungen ab. Ja, das hätte bestimmt geklappt. Da würde die manchmal schroffe Dame der Meere bestimmt schwach werden. Ich wette, unter dem Fell sind ihre Glieder und Muskeln bestimmt ganz verspannt von all der Arbeit auf hoher See, bei Kälte, Wind und Regen.

Im Geiste fiel Hedda das Fell vom Leib, die Kleidung glitt ihr langsam herunter. Er fragte sich, ob sie darunter wirklich so kräftig aussah, wie ihr Auftreten und ihre Statur vermuten ließen oder ob sich unter den Stoffen nicht doch ein zarter weiblicher Körper befand … Und hier musste sich Piasus selbst Einhalt gebieten.

Die letzten Tage waren unbehaglich, geprägt von einer peinlichen Stille zwischen den beiden. Wann immer er Hedda etwas fragte, antwortete sie zwar, es wurde aber kein Gespräch daraus. Piasus konnte nicht sagen, ob es daran lag, dass er sich etwas vor ihr fürchtete. Vielleicht seit sie ihn fasst erwürgt hatte und damit eine ihn beängstigende übermenschliche Stärke zur Schau stellte. Oder nachdem sie ihm offenbarte, welche göttliche Abstammung ihr diese Kraft erst gab. Jedenfalls lag seitdem ein Graben zwischen den beiden, von dem Piasus nicht wusste, ob er ihn wirklich überwinden wollte.

Sie hielt an. „Wir sind bald da.“

Gerade noch in Gedanken versunken, erschrak er bei ihren plötzlichen Worten. Sie sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.

Äh …“, war seine schlaue Erwiderung. „Ja, gut. Woher weißt du das?“

Sie deutete über die Baumwipfel. In der Ferne erkannte Piasus die blaue Spitze eines Berges.

Flammenhain-Gipfel. Ein heiliger Berg der Merowa. Der Fürst von Spatzensturz hat seinen Sitz ganz in der Nähe. Vielleicht schaffen wir es heute noch, wenn wir uns beeilen.“

Lass das endlich enden. Selbst wenn meine Ruhestätte nur ein Haufen Stroh ist, so will ich diese Pause genießen.

Dann sollten wir uns ran halten“, meinte Piasus, plötzlich vom Ehrgeiz gepackt.

Sehr schön“, meinte Hedda und setzte den Marsch fort.

Nun musst du es mir doch erklären.“

Was?“, fragte Hedda, ohne sich umzudrehen.

Piasus holte rasch zu ihr auf. Die Aussicht der baldigen Ankunft verlieh ihm neue Energie und es fiel ihm nicht mehr schwer, mit ihr mitzuhalten.

Du scheinst mir der Frage bisher ausgewichen zu sein. Jedoch sind wir bald da und deshalb muss ich wissen, was es mit dir und dem Fürsten auf sich hat. Wieso bist du so versessen darauf, mich zu ihm zu begleiten?“

Ein längeres Schweigen, während sie beide durch das Unterholz schritten. Piasus blieb geduldig, drängte nicht.

Da ist …“, begann sie, „jemand am Hofe von Spatzensturz, um den ich mich sorge. Die Chance ist gering, aber es besteht die Möglichkeit, dass sie mit deinem Auftrag im Zusammenhang stehen.“

Aha, inwiefern?“

Das weiß ich nicht. Du hältst deinen Auftrag ja geheim.“ Sie drehte den Kopf zu ihm. „Außer du verrätst mir, warum genau du hier bist.“

Das würde ich lieber vermeiden wollen.“

Gut.“ Sie zuckte mit den Schultern und blickte wieder geradeaus. „Dann bleibt es dabei.“

Wenigstens etwas hat sie mir verraten, überlegte Piasus. Vielleicht sollte ich die Chance nutzen?

Und wo wir schon dabei sind. Woher kennst du dich hier so gut aus? Müsste nicht das Westmeer deine Heimat sein? Bist du mit dem Fürsten befreundet?“

Sie hielt an, fasste sich ans Gesicht. Gedankenverloren schaute sie ins Grün des Waldes.

Wir kennen uns.“ Sie setzte sich wieder in Bewegung. „Er suchte mich auf. Es war bekannt, dass meine Mutter Kinder von Cherus gebar. Sie verheimlichte es nicht. Als es hieß, dass ein Sohn des Gottes sich dem baldigen König Hartried als Gefährte anschloss …“

Dein Bruder Gunlaug“, ergänzte Piasus.

Ja, mein Bruder. Da suchte er mich auf – ich komme oft in diese Gegend, um Vorräte anzulegen – und bat mir einen Platz an seiner Seite an.“

Das war bestimmt eine große Ehre“, meinte Piasus.

Das war es. Recht ungewöhnlich für eine Frau, zu den bewaffneten Haustruppen eines Fürsten zu gehören. Wobei die Merowa dagegen kein Gesetz haben. Trotzdem.“

Du lehntest ab?“

Ja. Ich bevorzugte die Freiheit der Meere, das tue ich noch immer. Der Fürst verstand das, wir verabschiedeten uns in Freundschaft und halten seither Kontakt.“

Er wollte sich wohl mit einem Kind des Cherus schmücken, oder? Ich will dir deine Fähigkeiten nicht absprechen, verstehe das nicht falsch.“

Nein, da magst du recht haben. Vielleicht wollte er auch mit einem Kind des Cherus gegenhalten. Der Fürst von Spatzensturz mochte Hartried nicht, das tat er noch nie. Es kam fast schon zu Kämpfen.“

Na da überrascht es mich nicht, dass ich zu ihm gesandt werde, dachte Piasus in sich hinein.

Und woran mag das liegen?“, fragte Piasus.

Gute Frage. Viele Fürsten waren mit seiner Wahl als neuer König nicht zufrieden. Manche glauben, er habe sich die Stimmen der Fürsten erkauft. Womit, das weiß aber keiner zu sagen. Und dann ist da noch das Problem mit seiner Abstammung.“

Was? Da gibt es ein Problem mit der Tatsache, dass er von Cherus abstammt?“

Erneut blieb sie stehen, blickte Piasus erstaunt an. „Du weißt es nicht? Hartried entstammt nicht einer Fürstenfamilie. Seine Mutter war eine einfache Bauerntochter. Cherus wurde als Mensch geboren, sein Vater aber war der Anführer eines mächtigen Stammes. Nachdem er verschwand, wählten die Fürsten Doderried als ihren König, noch ein Stammesanführer. Hartried jedoch heiratete nur in die Fürstenfamilie ein. Niemand weiß wirklich, ob man ihn eigentlich hätte wählen dürfen.“

Für einen Moment schaute er sie ungläubig an. Dann lachte Piasus und schüttelte den Kopf. „Der gute Hartried hat sich also einfach so hochgeschlafen? Oh, ihr Merowa. Ihr habt das mit dem Königreich noch nicht so richtig raus, oder?“

Sich den Bauch haltend schritt nun Piasus an Hedda vorbei.

Da siehst du“, sprach sie nun und lief ihm hinterher, „was allein der Name Cherus‘ mit diesen Menschen macht. Er ist für die Merowa von größter Bedeutung. Selbst Brega fangen an, zu Cherus zu beten.“

Du wirst es wissen müssen, was war denn so toll an Cherus?“

Sie fasste ihn an der Schulter und drehte ihn herum. „Ohne Cherus gäbe es vielleicht kein Merow mehr. Das hier wäre ein totes Land. Cherus vereinigte die Stämme und führte sie gegen eine Gefahr, welche die Menschheit hätte vernichten können.“

Ja“, sagte Piasus und riss sich von ihr los, „und zwischendurch trieb er es mit möglichst vielen sterblichen Frauen.“

Im nächsten Moment wurde er unsanft in ein Gebüsch gestoßen.

Ein hohes Satteldach ragte über einen Schutzring aus Palisaden. Eine Anlage auf einem Hügel, umgeben von Bauernhöfen und Feldern. Das war also das Fürstentum Spatzensturz. Irgendwie enttäuschend, dabei hatte er nichts erwartet. Noch nicht einmal als ein Dorf würde er den Anblick beschreiben.

Und an diese Menschen soll ich mich wenden, damit wir den König von Tyon stürzen? Dieses Fürstentum passt mindestens zehnmal in die Stadt selbst.

Aber er war an seinem Ziel angelangt. Das war das Wichtigste. Diesmal war es Hedda, die mit ihm Schritt halten musste. Der Tag neigte sich dem Ende zu, die Abendsonne verschwand fast hinter den Baumwipfeln. Auf den Feldern fanden sich noch vereinzelte Bauern, trieben Kühe über das Feld oder schleppten Körbe voll Weizen. Man schien ihnen nicht besonders viel Aufmerksamkeit zu schenken, unbehelligt gingen sie den festgetretenen Weg hoch bis zum Anwesen, wenn er das so nennen wollte.

Das Fürstenhaus war auf einem steilen Hügel erbaut. Ein paar Höfe am Hang ragten über die Felder. Einfache Holzbauten mit einem Strohdach, einstöckig und mit Ställen an den Seiten. Der Weg zum Anwesen ließ sie den Hügel in einem Zickzack hinaufsteigen, so steil baute sich die Erhebung über die Felder auf.

Hoher Palisadenwall, guter Blick über das Gelände, schwer anzugreifende Verteidigungsanlage. Piasus hob den Kopf und schaute auf ein offenstehendes Torgebäude. Gerüstete Männer warteten da auf sie.

Das ist kein friedliches Land, schloss er.

Sie erreichten das Torgebäude und Piasus lugte neugierig hinter die Palisaden. Ein weiter, offener Schirrhof und mehrere Gebäude aus Holz unterschiedlicher Größe. Ihm kam das Anwesen schmucklos vor, bis er Verzierungen der Außenfassade am Hauptgebäude entdeckte. Er glaubte Vogelmotive zu sehen, die zwischen herausgeschnitzten Blättern und Baumkronen auftauchten. Angedeutete Säulen um den Haupteingang trugen filigran gearbeitete Hirschgeweihe. Auf diese Arbeit schienen sich die Merowa zu verstehen.

Abend“, sprach sie eine der Wachen wenig freundlich an. Unter dem Spangenhelm leuchtete struppiges, rotes Haar. Die andere Wache führte gerade einen Trinkschlauch zum Mund. „Was wollt ihr beiden am Hof des Fürsten?“

Sagt dem Fürsten“, erwiderte seine Führerin, „dass Hedda mit ihm sprechen will. Oder seiner Frau. Sie werden wissen, um wen es sich handelt.“

Ein Prusten. Die Wache am Trinkschlauch hatte sich verschluckt, hustete und deutete auf den Hof. „Lass sie durch“, sprach der Mann, während er nach Luft rang. „Lass sie einfach durch. Der Fürst kennt sie.“

Und der andere?“, vergewisserte sich der Rotschopf.

Gehört zu mir“, antwortete Hedda.

Die beiden Wachen schauten sich an, dann musterten sie Piasus von oben bis unten.

Ich bin nur ein Reisender“, meinte Piasus und breitete die Arme aus. „Aus einem fernen Land. Wenn der Fürst von Spatzensturz mich auch nur für eine Nacht aufnimmt, kann ich ihn mit allerhand Neuigkeiten unterhalten, aus Gegenden, die dem Fürsten bestimmt sagenhaft erscheinen!“

Ist schon gut“, maulte der Rotschopf, „tretet ein.“

Nicht viel tat sich im Hof. Ein Mann führte Pferde in einen Stall, kräftige, große Tiere, wie er sie aus seiner Heimat nicht kannte. Im Stall entdeckte er noch etwas, das er kaum Zeit gehabt hatte, zu bewundern: Die Hirsche von Merow, auf den ihre Höchsten in die Schlacht ritten. Sofort stiegen in ihm Bilder auf, wie diese Tiere in die Reihen der Hopliten stießen. Unter denen er sich befand.

Nur ein paar Meter weiter vorne und eines dieser gewaltigen Geweihe hätte mich durchstoßen. Er erschauderte. Bei genauerem Hinsehen musste er aber feststellen, dass der Hirsch so friedlich im Stall eigentlich schön und anmutig anzusehen war. Das Tier schien ihn zu bemerken, es hob seinen Kopf, der Stirnschmuck reichte bis zur Decke des Stalles, und blickte Piasus mit seinen dunklen Augen direkt an.

Einen Hirsch von Merow schon mal gesehen?“, riss Hedda ihn aus seinen Gedanken.

Ja, in der Tat. Aber nur kurz.“

Ich hörte, im Süden bezahlen sie für die Hirsche ein Vermögen.“ Sie stieß ihn an. „Komm, vorhin warst du noch ganz erpicht darauf, den Fürsten zu treffen.“

Richtig. Lass uns das hinter uns bringen.“

Die Tür ins Innere des Hauptgebäudes stand weit offen. Sie schritten durch einen überdachten Vorbau, an dem Piasus vorhin schon die reiche Verzierung aus Vögel- und Blattverzierungen aufgefallen war. Das Innere bestand aus mehreren Reihen langer Bänke und einer Feuerstelle. Lange Balken hielten das hohe Dach, deren Kapitelle wie Baumkronen gefertigt waren. Piasus glaubte auch hier, einzelne Vögel zwischen den Blättern erkennen zu können.

Ja, kann ich Ihnen helfen?“, hörte Piasus eine männliche Stimme. Ein statthafter junger Mann erschien, wenn auch mit einem etwas einfältigen Ausdruck im Gesicht. Jedenfalls schien er sich sehr wichtig zu nehmen, fragte höflich, aber auch mit dem Versuch von Autorität. Er trug einen grünen Mantel und darunter einen braunen Wams. Der Mantel wurde mit einer goldenen Spange zusammengehalten, welche wie ein Vöglein geformt war.

Ah, Rodried!“, freute sich Hedda.

Der junge Mann blickte verwirrt, was seiner Autorität noch weiter abträglich war.

Stimmt, stimmt. Als wir uns das letzte Mal gesehen hatten, warst du noch so klein.“ Hedda deutete auf ihre Knie. „Jetzt bist du aber ganz schön gewachsen! Sag, wie alt bist du?“

Ähm … Siebzehn“, antwortete Rodried.

Siebzehn! Wie schön. Ist dein Vater zugegen? Sag ihm bitte, Hedda ist da und bringt einen Gast mit.“

Rodried drehte sich schon halb um und sprach dabei: „Natürlich …“ Den Blick kaum von ihr abwendend begab er sich in den hinteren Teil des Gebäudes.

Siebzehn?“, fragte Piasus.

Er war ein niedliches Kind“, erwiderte sie mit einem strahlenden Lächeln.

Aha“, gab sich Piasus verwundert. Das ist eine mütterliche Seite von ihr, die ich nicht erwartet hatte. Vielleicht ist sie ja weiblicher, als ich dachte …

Gebückt trat ein älterer Herr in die Halle. Er hüllte seinen Körper in dicke Felle, als sei ihm besonders kalt. Rodried folgte ihm mit ein paar Schritten Abstand. Als der alte Herr Hedda sah, verbesserte sich augenblicklich seine Haltung und er kam auf sie zugelaufen. Überrascht stellte Piasus fest, dass die beiden sich umarmten.

Ach Hedda!“, rief der Alte aus. „Was für eine seltene Freude! Du musst unbedingt Arwinne aufsuchen, die ist gerade im Wald und pflückt Pilze. Sie wird ebenso glücklich sein, dich mal wiederzusehen. Hat der Junge dich auch anständig empfangen? Es obliegt ihm immer mehr, seinen alten Herrn zu vertreten. Er macht sich, oder?“

Ja, keine Sorge, er hat seine Aufgabe gut erfüllt. Und Arwinne sucht Pilze? Gibt es vielleicht heute -“

Piasus räusperte sich. Soweit man seinem Räuspern einen individuellen Charakter verleihen konnte, versuchte er nicht zu klingen wie jemand, den ignoriert zu werden beleidigte. Vielleicht sind das auch einfach nur die Gepflogenheiten der Merowa. Etwas Aufmerksamkeit wäre dennoch ganz nett gewesen.

Oh ja“, meinte der Fürst von Spatzensturz. „Rodried hat mir nichts von deiner Begleitung erzählt.“ Er reichte ihm die Hand. „Darlaug, Fürst und Beschützer dieser Lande.“

Piasus“, antworte er, griff die Hand und legte ein charmantes Lächeln auf. „Und eigentlich begleitete sie mich. Sehr erfreut. Ihr Sohn hat uns übrigens ausgezeichnet begrüßt, sehr fürstlich.“ Piasus lächelte auch den Fürstensohn an, dessen Irritation einen permanenten Aufenthalt in seiner Mimik einnahm. „Ich möchte ungern zur Eile drängen, jedoch muss ich anmerken, dass eine wichtige Mission mich hierher führt.“

Aha. Und welche Mission wäre das?“

Das sollte besser unter vier Augen und Ohren besprochen werden.“

Vorsichtig, so dass die anderen beiden es nicht sehen konnten, nahm Piasus ein Schriftstück aus seinem Mantel.

Darlaug drehte sich von Rodried und Hedda weg und entrollte langsam das Schreiben. Noch während sein Blick durch die Zeilen fuhr, sprach er: „Rodried, führe Hedda bitte nach draußen. Geht zu Arwinne, helft ihr beim Pilzsuchen.“

Ein Moment des Zögerns, danach schob Rodried Hedda langsam aus der Halle.

Halt!“, rief sie auf einmal. „Ich muss wissen, was hier vor sich geht!“

Später!“, rief der Fürst Hedda und Rodried hinterher, als sie die Halle verließen. Das Freundschaftliche war aus seiner Stimme verschwunden. Darlaug setzte sich auf eine der Bänke.

Daedlus hat sich erinnert“, sprach er, ruhiger, nachdenklicher. „Was will er?“

Ich brauche Eure Hilfe.“ Piasus setzte sich gegenüber und kramte die Schriftrolle des Zwerges hervor. „Da gibt es einen Gefangenen in Tyon.“

Ein Gefangener?“ Er nahm die Schriftrolle an sich. „Die Sprache der Zwerge? Ich kann das nicht lesen, kein Mensch kann das. Was will der Gefangene?“

Nun, befreit werden. Er, der Zwerg, der diesen Vertrag schrieb, versprach mir, dass der Vertrag uns Unterstützung zusichert und eine Belohnung, wenn wir ihn aus Tyon befreien.“

Darlaug schaute stirnrunzelnd auf. „Und deshalb kommt Ihr zu mir?“

Mein Herr Daedlus meinte, Ihr würdet an der Befreiung des Zwerges interessiert sein. Der Zwerg, Tiuz übrigens, behauptet nämlich, dass der König von Merow ihn in diese Lage gebracht habe. Mein Herr meinte auch, dass Ihr an allem interessiert sein würdet, dass dem König Hartried schaden könnte.“

Was meint Ihr damit?“

Dieser Tiuz weiß von einem Gegenstand im Besitz des Königs, der ihn fast unbesiegbar, unverwundbar macht. Jedoch nur fast! Es gibt eine Schwachstelle. Tiuz hat diesen Gegenstand selbst gefertigt und weiß daher, dass er nicht perfekt ist. Der König strebte danach, diesen Zwerg umzubringen, damit das Geheimnis mit ihm sterbe. Doch nun ist er geknechtet, im Süden. Und er verrät uns das Geheimnis, wenn wir es schaffen, ihn zu befreien.“

Erst einmal“, sagte Darlaug mit finsterer Miene, „müsst Ihr zu den Zwergen.“

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